Spielbericht vom Spiel gegen das Gürzenich Orchester
Köln (6:2)
Gute Erinnerungen hatten die Wiener nicht, als sie
heuer wieder einmal in Köln antraten. Zu sehr
steckte ihnen die Enttäuschung des letzten Jahres
in den Knochen, als sie ausgezogen waren den, zugegeben
schon verjährten 1:6 Stachel aus dem Fleisch zu
reißen, und dann über ein mageres 1:1 nicht
hinauskamen. Trotzdem war die Stimmung gut und so kam
es zu einem schwungvollen Spiel in eine Richtung, nämlich
in die des Tores der Gastgeber. Nach vorne getragen
durch die zahlreich mitgereisten Fans (12), angeführt
durch Einpeitscher Helo Weiss, wurde aus allen Lagen
geschossen. Anfangs scheiterten die Philharmoniker
noch einige Male, allein Penzinger hätte sie schon
2:0 in Front bringen können, doch dann fasste
sich Matthias Schulz ein Herz, bemächtigte sich
des Leders und verwertete trocken zum 1:0. Die Fankurve
glich einem Tollhaus und was sich kurz danach auf den
Rängen abspielte ist kaum zu beschreiben. Ein
einstudierter Spielzug ließ die Partie endgültig
zu Gunsten der Alpenländer kippen: Ein weiter
Abstoß von Abwehrchef Mag. Mühlfellner und "Ro(o)n(e)y" Janezic
machte sich auf die Reise, ließ die komplette
deutsche Hintermannschaft hinter sich und traf wuchtig
mit dem vermeintlich schwächeren Rechten. Das
2:0 bedeutete auch den Pausenstand. Aber auch in der
zweiten Hälfte lief das Spiel wie auf einer schiefen
Ebene. Kurz nach Wiederbeginn erhöhte Penzinger
sehr eigennützig, unter vollständiger Außerachtlassung
seiner Mitspieler, aus schier unmöglichem Winkel
zum 3:0. Ja die Jungen sind halt noch ehrgeizig. Man
merkte kaum Verschleißerscheinungen, außer
bei Hindler, der wieder unter seiner alten Kriegsverletzung
litt, sich das aber kaum anmerken ließ. Nun kurz
an dieser Stelle zu den Neuen: Unser polnischer Legionär
Dybal fügte sich gut ein, kämpfte sehr viel,
konnte auch einige Akzente setzen. Ein anderer Fall
ist der Altstar Zuser, der zwar kurz seine Klasse aufblitzen
ließ , das Feld jedoch nach fünf Minuten
verletzungsbedingt wieder verlassen musste. Es wurden
Stimmen laut, daß in Zukunft in junge Spieler
investiert werden sollte und und Experimente mit pensionsreifen
Kickern unterlassen werden sollten. Präsident
Janezic stellte sich jedoch sofort nach dem Spiel in
einer Stellungnahme vor seinen Spieler und betonte,
der Erfolg seiner Transferpolitik gebe ihm recht. Kurz
noch zurück zum Spiel, das 4:0 folgte nämlich
sogleich, der groß aufspielende Harry Krumpöck
erkämpfte sich bei einem Kopfballduell im 16er
den Ball überhob den Tormann und der Kapitän
und Libero der Kölner, Matthias Kiefer , konnte
zum Entsetzen seiner Landsleute den Ball nur mehr ins
eigene Tor schlagen. Von Krämpfen geschüttelt
ließ er sich hernach minutenlang verarzten, konnte
aber weiterspielen. Der sonst souveräne Schiedsrichter
zeigte nun eine gehörige Portion Mitgefühl
und ließ der Heimmannschaft einen Elfmeter zukommen,
anders kann man das Folgende nicht bezeichnen. Nach
einem zugegebenermaßen elferwürdigen Attacke
ließ er weiter spielen, worauf er die anschließende
Schwalbe mit einem Foulpfiff belohnte. Noch nicht genug,
er verlegte den Tatort dieser Bühnenshow in den
16er, nur der klare Spielstand machte ein Eingreifen
der Exekutive überflüssig. Goalie Rath streckte
sich vergeblich 4:1. Die Antwort gaben die Ösis
postwendend. Penzinger schonte erneut seine Mannschaftskollegen
und unter jeglicher Außerachtlassung seiner Mitspieler,
selbst seines Präsidenten, erhöhte er auf
5:1.Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo sich auch die
Verpflichtung unseres Gastes Thomas "Schrambinho" Schrammel
in Toren auswirkte, er traf einen Freistoß aus
19m Entfernung in Beckham-Manier. Einmal konnten die
Gastgeber noch verkürzen, Mühlfellner fälschte
einen Schuß für seinen Tormann unhaltbar
ab, an der triumphalen Revanche der Squadra Philharmonica
konnte dies aber nichts mehr ändern. Die Mannschaft
bedankte sich danach artig bei den enthusiastischen
Fans. Köln war eine Reise wert.
FK-WPH: Rath; Wimmer, Mühlfellner, Halwax, Zuser
(Matschinegg), Schulz (Dybal), Penzinger, Janezic,
Hindler, Krumpöck, Schrammel
Torfolge: 0:1, 0:2; 0:3, 0:4, 1:4, 1:5,1:6, 2:6
Köln beim (leider nicht im) Müngersdorfer
Stadion
Zusch.: ca. 30