Spielbericht Derby
Im diesjährigen „Großen Wiener Derby“ gelang dem FK WPH ein historischer Erfolg: Erstmals erreichte man gegen den Stadtrivalen eine zweistellige Trefferanzahl! Und dieses sensationelle Ergebnis entsprach auch noch durchaus dem Spielverlauf. Während die Symphoniker über Ausfälle klagten, konnte unser Teamchef aus dem Vollen schöpfen: Alle Stars, bis auf den langzeitverletzten Ehrenkapitän, standen zur Verfügung und stellten so eine spielerische Übermacht her, der der Gegner nur wenig entgegenzusetzen hatte. Schon in der zweiten Minute zeichnete sich mit dem schnellen Führungstor durch Daniel Ottensamer, aus leicht abseitsverdächtiger Situation, der Sieg der favorisierten Philharmoniker ab. Bereits vier Minuten später erhöhte unser Kapitän Ronald Janezic auf 2:0, nachdem er seinen Gegenspieler mit einem kurzen Haken düpiert und aus 18 Metern unhaltbar ins Kreuzeck eingenetzt hatte. In der 10. Minute setzte er mit einem genialen Pass über das halbe Spielfeld seinen Vollstrecker Daniel Ottensamer ideal ein – der sorgte mit dem 3:0 für die Vorentscheidung. Danach folgten noch etliche Chancen für die „squadra vinorossa“, in der 23. Minuten fiel dann das 4:0 durch Thomas Lechner. Wenig später lieferte Daniel Ottensamer seinem Kapitän, vollkommen uneigennützig, die Vorlage zum 5:0 (27. Minuten). Doch immer noch waren die philharmonischen Kicker torhungrig: Mit Spielfreude und Disziplin kontrollierten sie das Match und arbeiteten ständig neue Chancen heraus. In Minute 33 gelang schließlich dem umsichtigen Spielgestalter und unermüdlichen Kämpfer Matthias Schorn der Treffer zum 6:0 Pausenstand. (Bei solch starken Leistungen wird er schon jetzt als legitimer Nachfolger von Ehrenkapitän Hans Hindler gehandelt, der ja auch sein Klarinettenlehrer gewesen ist.) Nach 34 Minuten erlöste der Schiedsrichter die Symphoniker mit dem Pausenpfiff. Als guter Unparteiischer war übrigens Mucky Traar (barfuß!) im Einsatz, kurzfristig eingesprungen für den an sich bewährter Maximilian K., der sich in der Beginnzeit geirrt hatte…
Auch nach der Pause rollten die philharmonischen Angriffswellen weiter, wenn auch nun häufiger durch Aktionen der Symphoniker unterbrochen als in der ersten Halbzeit. So fiel auch in der 61. Minute aus einem Konter das 6:1. In den nächsten Minuten wurde das Spiel offener, Chancen auf beiden Seiten in rascher Abfolge führten zunächst zum 7:1 durch Daniel Ottensamer (67.), gleich darauf (71.) zum 7:2. Dann aber erhöhte der FK WPH noch seinen Druck und zwang den Gegner vollends in die Defensive. Eine Aktion von Kapitän Janezic, bei der er mit letztem Einsatz, vor der überwiegend weiblich besetzten Fantribüne, einen Ball im Mittelfeld vor dem Seitenout erkämpfte, bot ein bezeichnendes Bild von der eisernen Entschlossenheit dieser Mannschaft, die ohnehin schon beachtliche Führung weiter auszubauen. Man muß in diesem Zusammenhang auch die philharmonischen Fans hervorheben. Vorbei die Zeiten, wo von der Tribüne dumpfe Parolen gegrölt wurden. Die neue Fangeneration ist überwiegend weiblich, gutaussehend, enthusiastisch und vor allem lautstark. Doch zurück zum Spiel: Obwohl der symphonische Torwart in dieser Phase wahre Glanztaten vollbrachte, wurde er doch noch von „Frauenschwarm“ Daniel Ottensamer (78.) bzw. Thomas Lechner (82.) bezwungen. Den Schlusspunkt setzte dann noch in der letzten Minute unser Rekordtorschütze Ronald Janezic. Er setzte ein letztes mal den wieselflinken Ottensamer mit einem Lochpaß in Szene, erntete hernach die Früchte seiner Arbeit, indem er nicht nur hinterher blickte, sondern nachsetzte und so den Ball ergattern konnte, den der überragende symphonische Schlussmann der Symphoniker, Hans Zinkl, unserem Frauenschwarm vom Fuße schlug. In Folge dessen bzimmerte er das Spielgerät unter die Querlatte. Ein würdiger Abschluß! Das Ergebnis beschreibt wohl am treffendsten die Leistung unserer Mannschaft – 10:2 – Zahlen sagen mehr als Worte, trotzdem muß man die fast unüberwindliche Abwehr besonders hervorheben, in der vor allem unser „Wimsi“, trotz schwerer Zehennagelverbiegung, Außergewöhnliches leistete. Das Mittelfeld glänzte mit riesigem Einsatz (Matthias Schorn!!) und war uf den Seiten immens stark besetzt (Schmidinger, Eder, Koncz, Auer). Erwähnenswert ist noch, daß Teamchef Janezic immer mehr vom 4-4-2 System abzurücken scheint und sich immer mehr einem flexiblen 3-2-3-1-1 annähert. Das wird vor allem durch die Fülle technisch starker Spieler erleichtert,. Man kann nicht umhin, die Transferpolitik des Teammanagements zu loben. Man munkelt auch schon darüber, daß am Montag eventuell noch ein Verstärkung folgen könnte. Lassen wir uns überraschen!
FK WPH: Peisteiner; Mühlfellner, Wimmer, Mayr H., Smula (Hellsberg); Eder (Koncz), Schorn (Gigler), Lechner, Schmidinger (Auer), Janezic; Ottensamer D.
LAC-Platz, ca. 50 Zuschauer, SR M. Traar