Interview mit Legende Reinhard "Johnny" Repp
FK-WPH: Liebe Fans! Heute haben wir einen ganz besonderen Gast bei uns, DIE Legende unseres Vereines "Gründervater" Reinhard Repp. Unvergessener Abwehrchef und auch Mittelfeldstratege des legendären Wunderteams! Grüß dich!
RR: Servus!
FK-WPH: Es ist nun schon eine ganze Weile her, seit du das letzte mal das philharmonische Trikot übergezogen hast.
RR: Genau 11 Jahre
FK-WPH: Richtig, beim 1:2 in Amsterdam und dennoch bist du auch den jungen Fans noch ein Begriff, wie erklärst du dir deine Beliebtheit?
RR (sehr bescheiden): Das müssen andere beurteilen!
FK-WPH: Vielleicht liegt es ja auch daran, daß du dem Verein immer die Treue gehalten hast, trotz einiger Millionenangebote?
RR: Geld ist nicht alles, außerdem hat es meine Frau vorgezogen, in Wien zu bleiben.
FK-WPH: Du bist ein echter Wiener?
RR: Ja, ich bin am 4.3.41, unfreiwillig, in Wien, genau in Döbling, auf die Welt gekommen.
FK-WPH: Hast du Geschwister?
RR: Ja, 4 Brüder, eine halbe Fußballmannschaft. Im Bad waren wir unschlagbar. Wir haben aber auch in der Schulmannschaft gespielt.
FK-WPH: Haben deine Brüder auch bei Vereinen gespielt?
RR: Ja, aber nur bei Rapid Wien und Vienna, ich wollte zu einem ordentlichen Verein gehen.
FK-WPH: Und in Ermangelung desselben, hast du einfach einen eigenen gegründet?
RR: Ja, aber erst später, natürlich hat mir da ein wenig mein Engagement bei den Wiener Philharmonikern die Richtung vorgegeben.
FK-WPH: Du bist ja ursprünglich als Cellist ins Orchester gekommen, die Berufung zum Teamchef erfolgte erst später!
RR: Ich bin 1964 ins Orchester gekommen, die sportliche Karriere begann erst 1973 mit dem spiel gegen die Mailänder Scala.
FK-WPH: Wie kam dieses Spiel zustande? Es bedurfte damals sicher einen logistischen Meisterleistung in so kurzer Zeit das legendäre Wunderteam aus dem Boden zu stampfen.
RR: Gestampft wurde gar nix, wir waren alle leichtfüssige Ballartisten!
FK-WPH: Oh, Entschuldigung, war nur eine Redewendung.
RR: Nun, wir hatten ein Überangebot an Spielern, allein 50 Mittelstürmer, es bedurfte etlicher Probetrainings, um ein Team zu formen.
FK-WPH: Von wem ging die Initiative zu diesem Spiel aus?
RR: Nun, um ehrlich zu sein, von Claudio Abbado.
FK-WPH: Sensationell!
RR: Wir hatten einen Riesenkader, fast zwei komplette Teams. Durch regelmäßiges Training und die daraus resultierenden Verletzungen, konnten wir damals das Aufgebot entscheidend reduzieren, sodaß wir am Spieltag ein ordentliches Team beieinander hatten. Das Spiel verlief zu Beginn dann recht ausgeglichen, wir gingen durch ein Tor von mir in Führung, kassierten dann aber zwei Treffer, konnten aber vor der Pause noch ausgleichen.
FK-WPH: Hielt nicht unser Teamkeeper, Peter Pecha, damals einen Elfmeter?
RR: Ja, das stimmt, der Strafstoß wurde jedoch wiederholt, da ein Spieler den 16er zu früh betreten hatte und beim zweiten Versuch waren die Italiener glücklicher.
FK-WPH: Hernach wirkte sich der große Kader positiv aus.
RR: Ja, die Gäste gingen ein, das Resultat ist ja bekannt.
FK-WPH: Aus diesem Spiel gingen ja einige große Spieler hervor: Pecha, Wolfgang Schulz, Kaufmann, Joschi Staar u.v.m ., warum fand nachher kein regelmäßiger Spielbetrieb mehr statt?
RR: Das täuscht, es fanden schon einige glorreiche Spiele statt, zum Beispiel wurden die Berliner auswärts geschlagen, japanische Journalisten, das Mozarteum. Schmerzlicher waren die Spiele gegen das Theresianum, oder Nußdorf.
FK-WPH: Warum wurde dann nicht öfter gegen das Mozarteum gespielt?
RR: Die Auseinandersetzungen wurden von ihrer Seite immer grober geführt, natürlich auch dadurch, daß sie immer öfter "Gäste" einsetzten.
FK-WPH: Also ein altbekanntes Problem.
RR: Deshalb bin ich auch dafür, eher gegen gleichgesinnte Teams zu spielen.
FK-WPH: Natürlich macht das mehr Spaß! Verfolgst du noch die Spiele? Du warst ja im Gespräch als Trainer?
RR: Natürlich, ich bin ein regelmäßiger Besucher der Homepage. Bei den Spielen bin ich seltener, da der jetzige Teamchef immer noch damit droht, mich einzuberufen. Der Trainerjob hätte mich schon interessiert, aber ich müsste ja dann dem Team rund um die Uhr zur Verfügung stehen, da macht meine Frau nicht mit.
FK-WPH: Trotzdem schön, daß du nach deiner Pensionierung wenigstens als Cellist immer noch zur Verfügung stehst! Wir danken für das Gespräch und möchten noch darauf verweisen, daß unsere Legenden demnächst in einem Legendenspiel zu sehen sein werden.